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Tiefe statt Oberfläche: DTB-Geschäftsführer plädiert für einen "Blick über den Tellerrand"

Dr. Stephan Langhoff, HamburgAls Geschäftsführer des DTB-Dachverbandes (Deutscher Taichi-Bund - Dachverband für Taichi und Qigong e. V.) werde bei unterschiedlichsten Gelegenheit zu unterschiedlichsten Themen befragt. Ich gehe bei den Antworten gern gleich "in die Tiefe", denn ich möchte dazu motivieren, "über den Tellerrand zu schauen" und stets kritisch zu bleiben.

Wer nicht darin geübt ist, Dinge "von höherer Warte aus" zu betrachten und daraus zu lernen, wird Fehlschläge erleiden und Lehrgeld zahlen müssen - der eine früher und der andere später. Die aktuelle Mangelsituation der Corona-Krise ist ein Musterbeispiel dafür, daß man zu vieles "verschlafen" hat.

Doch zurück zu den östlichen Künsten und gleich "in medias res" dem obersten Fachbegriff "Dao (chinesisch)" bzw. "Do (japanisch)". Damit wird der persönliche Entwicklungsweg bezeichnet. Auf dieser Reise sollte man nicht an der Oberfläche kleben - auch wenn diese zugegebenermaßen sehr schön sein kann.

Östliche Künste werden zu recht gerühmt für ihre vielschichtig verwobenen Potentiale. Aber wer diese für sich ausschöpfen will, wird dies an der Oberläche nicht erreichen können.

Ich persönlich nutzte in den vergangenen 5 Jahrzehnten immer wieder die vielfältigen Möglichkeiten für tiefergehende Erkenntnisse. Diese wiederum bieten Hilfestellung bei der oft so nötigen Differenzierung der eigenen Sehweisen und Standpunkte.

Man lernt zunehmend, Sachverhalte zielführender zu durchdenken. Illusionen werden als solche erkannt und verlieren an Bedeutung. Das wirklich wichtige wird leichter erkennbar!

Wer sich dabei zu früh zufrieden gibt, vergibt Chancen auf "Durchblick" - und damit entscheidende "Erfolgsfaktoren". Dies veranschauliche ich gern an der "Prisma-Metapher": "In Wirklichkeit" gibt es kein weißes Licht - es scheint nur so an der Oberfläche.

Und gleiches gilt auch bei dem Bonmot des Löwenjägers, der nach einem Vortrag gefragt wird, ob es stimme, daß man sich vor einem Löwen schützen könne, wenn man eine Fackel trägt. Er antwortete: "Ja, das stimmt" und dann fügte er nachdenklich hinzu: "Allerdings kommt es darauf an, wie schnell man die Fackel trägt!"

Kurzum - ich bin bestrebt, möglichst zielführende Aspekte zu erkennen und zu nutzen. Dies gilt auch und besonders in der Kampfkunst und Selbstverteidigung.

P. S.:

Und ich warne vor Fehlschlüssen - so darf man nicht Kausalität mit Korrelation verwechseln: Die Zahl der Frösche hat abgenommen und die Zahl der Geburten hat abgenommen...

 Siehe dazu auch den Nairiki-Artikel über Innere Kraft und das Feedback Toby Threadgill Seminar Hamburg.

Siehe auch: Push-Hands-Ausbildung TUISHOU

Archiv / Doku: Qigong Tai Chi Göttingen

 

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